GEMA, Hits und Werbevideos: wer welche Rechte vergibt
Für bekannte Musik in einer Anzeige brauchst du in Deutschland meist mehrere Erlaubnisse: das Recht, die Musik mit deinem Video zu verbinden, holst du laut GEMA beim Verlag oder Urheber, nicht bei der GEMA. Für Onlinewerbung lizenziert die GEMA zusätzlich die öffentliche Zugänglichmachung, und die Aufnahme selbst gehört meist einem Label. Ein eigens geschriebener Jingle, der in keinem Repertoire steht, erspart dir diese Kette für seine Tonspur.
Aktualisiert
Was die GEMA bei Werbung lizenziert und was nicht
Die GEMA schreibt in ihrer Information für AV-Produzenten, dass die Erlaubnis, Musik für Werbefilme, Trailer und Spots zu benutzen, ausschließlich bei den Rechteinhabern einzuholen ist; eine Übertragung an die GEMA ist in diesem Bereich nicht vorgesehen. Dieses sogenannte Herstellungsrecht klärst du also mit dem Musikverlag oder, bei unverlegten Werken, mit den Urhebern selbst, und zwar vor der Produktion.
Für Werbespots im Internet braucht die GEMA laut ihren Hinweisen zur Anmeldung von Werbespots Angaben zu Internetadresse, Zeitraum und Rechnungsempfänger. Sie unterscheidet dabei zwischen Spots, die als Werbung geschaltet werden (auch bezahlte Anzeigen auf YouTube und in sozialen Medien), und Content-Spots, die nicht als Werbung laufen.
Drei Rechte hinter einem bekannten Song
- Das Herstellungsrecht für die Verbindung von Musik und Bild: beim Verlag oder Urheber.
- Die Nutzung im Netz für Werke aus dem GEMA-Repertoire: über die GEMA.
- Die Aufnahme, also das Leistungsschutzrecht von Künstlern und Tonträgerherstellern: laut GEMA in der Regel beim Tonträgerhersteller.
Für einen kleinen Shop mit einer Instagram-Anzeige ist diese Kette selten bezahlbar und fast nie schnell. Darum greifen die meisten zu Bibliotheken der Plattformen oder zu eigener Musik.
Die Bibliotheken von TikTok und Instagram
TikTok schreibt, dass Unternehmen die allgemeine Musikbibliothek nicht für kommerzielle Zwecke nutzen dürfen, und verweist auf die Commercial Music Library. Instagram sagt in seiner Hilfe, die Musik der lizenzierten Bibliothek sei für persönliche, nicht kommerzielle Nutzung gedacht, manche Unternehmenskonten hätten keinen Zugriff, und für Werbung sei die Sound Collection von Meta da. Meta empfiehlt für Reels-Anzeigen außerdem ausdrücklich, keine lizenzierte Musik zu verwenden.
KI-Musik und die GEMA
Die GEMA lässt bei der Werkanmeldung bestätigen, dass ein Werk nicht ausschließlich von KI erstellt wurde; sie will nach eigener Aussage verhindern, dass Geld für Inhalte ausgeschüttet wird, die keine kreative Arbeit erforderten. Nach ihrem Leitfaden erhebt sie Lizenzgebühren nur für Werke, deren Rechte sie vertritt.
Gleichzeitig klagt die GEMA gegen KI-Anbieter. Am 31. Juli 2026 gab das Landgericht München I ihrer Klage gegen Suno überwiegend statt; das Urteil ist laut Pressemitteilung nicht rechtskräftig. Es ging um Ausgaben, die bekannten Titeln wie „Atemlos durch die Nacht“ stark ähnelten. Für dich heißt das: Ein KI-Song, der nach einem bekannten Hit klingt, ist keine sichere Werbemusik.
Was das für einen eigenen Jingle bedeutet
Ein SingingAds-Jingle wird neu für dein Produkt geschrieben, ahmt keine bekannten Lieder oder Stimmen nach und steht in keinem Repertoire. Die Nutzungsrechte kommen aus unseren Bedingungen: Anzeigen, soziale Medien, Websites, Radio und Podcasts, für dich oder Kundschaft, ohne Lizenzgebühren. Legst du im Schnitt eine weitere Musik darunter, gelten für diese die Regeln oben. Wie der Jingle entsteht, zeigt Werbejingle mit KI erstellen. Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung.
Die Optionen
-
Trend-Song aus der App-Bibliothek
Klingt vertraut, ist für Unternehmen auf TikTok aber laut TikTok nicht für kommerzielle Zwecke freigegeben.
- Geeignet für
- Private Konten, nicht für Werbung.
- Preis
- Für Werbung keine Option
-
TikTok Commercial Music Library
Von TikTok für kommerzielle Inhalte und Anzeigen vorgesehen, direkt im Ads Manager auswählbar.
- Geeignet für
- Anzeigen, die nur auf TikTok laufen.
- Preis
- Ohne Aufpreis in TikTok
-
Meta Sound Collection
Laut Instagram-Hilfe für kommerzielle Zwecke wie Werbung nutzbar.
- Geeignet für
- Anzeigen auf Instagram und Facebook.
- Preis
- Ohne Aufpreis bei Meta
-
Pro-Musik aus Canva
Canva erlaubt Pro-Musik in Onlinewerbung, nicht aber in Radio, TV, Kino, Podcasts oder auf Plakaten.
- Geeignet für
- Teams, die ihre Anzeigen ohnehin in Canva bauen.
- Preis
- Im Canva-Pro-Abo enthalten
-
CapCut Commercial Sounds
Für Unternehmen gedacht, laut Lizenz aber nur innerhalb von CapCut, TikTok und TikTok for Business.
- Geeignet für
- Reine TikTok-Kampagnen aus CapCut heraus.
- Preis
- Je nach CapCut-Plan
-
Stockmusik-Abo
Große Auswahl, klare Lizenz pro Abo; die Bedingungen für bezahlte Werbung und Radio unterscheiden sich je Anbieter.
- Geeignet für
- Wer viele Videos mit Hintergrundmusik schneidet.
- Preis
- Meist monatliches Abo, je nach Anbieter
-
Bekannter Hit mit voller Lizenz
Maximale Wiedererkennung, aber Herstellungsrecht beim Verlag, GEMA für die Onlinenutzung und Aufnahme beim Label.
- Geeignet für
- Große Marken mit Rechtsabteilung und Zeit.
- Preis
- Verhandlungssache, oft hoch
-
Auftragskomposition
Ein Mensch schreibt für dich; ist er GEMA-Mitglied, laufen seine Werke über die GEMA, was du vorher klären solltest.
- Geeignet für
- Markenauftritte, die über Jahre gleich klingen sollen.
- Preis
- Je nach Umfang und Nutzungsrechten
-
KI-Musik-Tool mit kommerzieller Lizenz
Schnell und günstig, solange der Plan kommerzielle Nutzung erlaubt und das Ergebnis keinem bekannten Song ähnelt.
- Geeignet für
- Hintergrundmusik und eigene Experimente.
- Preis
- Meist Monatsabos im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Dollarbereich
-
Eigener Jingle von SingingAds
Neu geschrieben über dein Produkt, mit Video, nutzbar auch für Radio und Podcast, ohne Lizenzgebühren.
- Geeignet für
- Shops und lokale Betriebe, die eine singende Anzeige wollen.
- Preis
- Ab 15 $ für eine Anzeige
Was es nicht kann
- Dieser Ratgeber erklärt die Lage, ersetzt aber keine Rechtsberatung; bei großen Kampagnen frag eine Fachanwältin für Urheberrecht.
- Die Regeln in Österreich und der Schweiz laufen über eigene Verwertungsgesellschaften und können abweichen.
- Hintergrundmusik im Laden oder Café ist eine eigene GEMA-Frage und hier nicht behandelt.
Was es kostet
Ab 15 $ für eine Anzeige oder 59 $ für etwa 6 Videoanzeigen mit 30 Sekunden. Credits verfallen nicht. Eine Jingle-Fassung kostet 4 Credits, eine typische Videoanzeige mit 30 Sekunden etwa 26. Es gibt keinen Tarif ohne Bezahlung und kein Probevideo.
Einmalige Pakete
Eine Anzeige
15 $ einmalig
Fünf Anzeigen
59 $ einmalig
Fragen
- Muss ich für einen KI-Jingle GEMA zahlen?
Die GEMA erhebt nach ihrem Leitfaden Lizenzgebühren für Werke, deren Rechte sie vertritt. Ein neu geschriebener Jingle, den niemand bei ihr angemeldet hat, gehört nicht dazu. Musik, die du zusätzlich darunterlegst, kann anders aussehen.
- Darf ich einen Hit in meine Instagram-Anzeige packen?
Nur mit den passenden Rechten. Meta empfiehlt für Reels-Anzeigen, keine lizenzierte Musik zu verwenden, und Instagram verweist für Werbung auf die Sound Collection.
- Wer vergibt das Recht, Musik in einem Werbespot zu verwenden?
Laut GEMA die Rechteinhaber selbst, also Verlag oder Urheber. Eine Übertragung an die GEMA ist für Werbung nicht vorgesehen.
- Was hat das Suno-Urteil mit meiner Werbung zu tun?
Das Landgericht München I gab der GEMA am 31. Juli 2026 überwiegend recht, nicht rechtskräftig. Es zeigt, dass KI-Ausgaben, die bekannten Titeln ähneln, ein Rechteproblem sein können.
- Ist „GEMA-frei“ dasselbe wie „lizenzfrei“?
Nein. GEMA-frei heißt nur, dass die GEMA keine Rechte an dem Stück wahrnimmt. Ob du es in bezahlter Werbung nutzen darfst, regelt die Lizenz des Anbieters oder Urhebers.
Quellen
- GEMA, Information für AV-Produzenten (PDF), 2020-03, gelesen am 17. Okt. 2026
- GEMA, Anmeldung audiovisueller Werbespots, Werbetrenner und Trailer: Hinweise (PDF), 2021-02, gelesen am 17. Okt. 2026
- GEMA, Allgemeiner Leitfaden zur Vervielfältigung und Verbreitung von Audio- und audiovisuellen Produkten (PDF), 2021-05, gelesen am 17. Okt. 2026
- GEMA, Why do I have to confirm during the work declaration process that my work was not created exclusively by AI?, gelesen am 17. Okt. 2026
- Landgericht München I, Pressemitteilung 16 vom 31.07.2026: Urteil GEMA gegen SUNO (Az. 42 O 763/25), 31. Juli 2026, gelesen am 17. Okt. 2026
- TikTok Ads Manager, Commercial Music Library, 2025-07, gelesen am 17. Okt. 2026
- Instagram Help Center, Accessing the licensed music library on Instagram, gelesen am 17. Okt. 2026
- Meta, Video ad specs on Instagram Reels (Meta ads guide), gelesen am 17. Okt. 2026
- Canva, Licensing explained, gelesen am 17. Okt. 2026
- CapCut, Material License Agreement, 22. Jan. 2026, gelesen am 17. Okt. 2026
- Suno, Pricing, gelesen am 17. Okt. 2026